WECK Glaswerk

Tradition Glas. Seit 1900


Werkstoff Glas

Wie entsteht Glas?

Faszination Glas

Diente Glas vorerst nur zur Dekoration oder um Lichteinfall in Häuser zu ermöglichen, so entwickelte sich das Glas durch den technischen Fortschritt zu einem Werkstoff, der aus dem Alltag kaum wegdenkbar ist. Vor allem zu Kriegszeiten dienten Glasbehältnisse einem wichtigen Nutzen. So wäre es sonst kaum möglich gewesen, überlebenswichtige Lebensmittel haltbar zu machen. Neben diesen Eigenschaften weist Glas eine unvergleichbare Zusammensetzung von Rohstoffen auf. Die wesentlichen Rohstoffe sind Quarzsand, Soda, Kalk, Dolomit sowie Feldspat. Hierbei handelt es sich fast ausschließlich um natürliche Ressourcen, welche nahezu unbeschränkt der Verarbeitung zur Verfügung stehen. Um dennoch die Ressourcenvorkommen zu schonen, werden Altscherben dem Rohstoffgemenge hinzugefügt. Besonders hervorzuheben ist dementsprechend, dass Glas vollständig recycelbar ist und somit einen wesentlichen Beitrag zur Schonung der Umwelt erbringt.

Die Hohlglasherstellung

Das Verfahren der Glasherstellung ist ein besonderes, weitgehend vollautomatisiertes Herstellungsverfahren. Jede Glashütte produziert Glas in einer anderen Zusammensetzung. Man spricht in diesem Fall von Rezepten. Entsprechend dem Rezept werden die Rohstoffe und Altscherben mithilfe von Waagen genau abgewogen und in einem Mischer zu dem sogenannten Gemenge vermischt. Über Förderbänder gelangt das Gemenge in die Gemenge-Vorratsbunker. Die Schmelze der Rohstoffe erweist sich als nicht unproblematisch. Es werden Temperaturen von ca. 1.500 °C  – 1.600 °C benötigt, um das Gemenge zu einer homogenen Masse zu schmelzen. Dementsprechend müssen die Glasschmelzwannen auf solch hohe Temperaturen ausgelegt sein. Durch eine konsequente Weiterentwicklung der Feuerfestmaterialien, konnten die Wannenreisen (Lebenszyklus) in den letzten 40 Jahren mehr als verdoppelt werden. Das Erhitzen erfolgt überwiegend durch den Verbrauch fossiler Brennstoffe, wie Gas oder Erdöl. Da es sich jedoch gerade bei diesen Brennstoffen um knappe Ressourcen handelt, wurde im Laufe der Zeit innerhalb der Glasschmelzwanne ein Wärmerückkopplungssystem entwickelt, um den Energiebedarf zu mindern. Die zähe Glasmasse fließt durch einen Kanal über die Glasformgebungsmaschine. Dort wird sie durch zwei Messer, ähnlich einer Schere, in einzelne Segmente oder auch Tropfen genannt, geschnitten. Bei der Glasformgebungsmaschine handelt es sich heutzutage überwiegend um IS-Maschinen („Individual-Section-Maschinen“). Eine IS-Maschine verfügt über 6 bis 12 parallel angeordnete Stationen, auf denen je nach Bauart 1 bis 4 Tropfen gleichzeitig verarbeitet werden können. Die Formung des Behälters erfolgt auf den Stationen entweder nach dem ursprünglichen Blas/Blas-Prozess, dem üblichen Press/Blas-Prozess oder durch den Enghals-Press/Blas-Prozess. Die glühenden Glasbehälter werden über ein Transportband zu den Kühlöfen transportiert. Der Name wirkt jedoch im ersten Moment trügerisch, so weisen die Kühlöfen am Einschubbereich immerhin noch Temperaturen von 590°C  – 450 °C auf. Erst im Weiteren werden die Behältnisse langsam abgekühlt, um allzu starke Spannung innerhalb der Substanz und damit eine geringere Stabilität zu vermeiden. Bevor die fertigen Behältnisse verpackt werden können, durchlaufen diese eine strenge Qualitätskontrolle. Mithilfe verschiedener Prüfsysteme werden selbst kleinste Fehler gefunden, die für das menschliche Auge kaum zu erkennen sind. Der dabei entstehende Ausschuss kann unmittelbar in Form von Scherben wieder dem Gemenge hinzugefügt und so wiederverwendet werden. Die verkaufsfähigen Gläser werden auf Paletten oder in Kartons abgepackt und dem Kunden geliefert.